Wir müssen uns doch gar nicht mehr beschweren - eigentlich läuft es doch ganz gut... Mädchen haben seit Jahren die besseren Noten in der Schule. Immer mehr Frauen sind berufstätig und fast 60 % der Hochschulabsolvierenden sind weiblich.

Auch in unserer Organisation sind zwei Drittel Frauen organisiert, mit steigender Tendenz.

Zeit zu entspannen und sich zurückzulehnen? Jein!

Die GEW – Frauen haben in den letzten 40 Jahren bildungs- und gesellschaftspolitisch viel erreicht. Dies ist ein Ergebnis kontinuierlicher und kompetenter GEW-Frauenpolitik auf Bundes- und Länderebene.

Jetzt gilt es, das Erreichte zu etablieren und die Verantwortung für die Umsetzung der Forderungen auf mehrere Schultern zu verteilen.

Ziel muss jetzt sein, eine Struktur in der Organisation sowie in der Gesellschaft zu verankern, in der frauenpolitische Inhalte im Mittelpunkt gewerkschaftlicher Politik stehen und damit ihre angemessene Bedeutung erhalten. Es muss eine Selbstverständlichkeit für jede Funktionärin und jeden Funktionär sein, frauenpolitische Themen und Ziele zu vertreten. Da Frauenpolitik grundsätzlich Querschnittspolitik ist, kann die Verantwortung nicht allein bei den Frauenpolitikerinnen in den Ländern und im Bund, sondern muss bei allen Funktionärinnen und Funktionären liegen.

Gemeinsam werden wir uns auch in Zukunft stark machen für Geschlechtergerechtigkeit in der Bildungspolitik. Einengende traditionelle Geschlechterrollen müssen durchbrochen und tradierte Rollenzuweisungen überwunden werden. Denn Geschlechterklischees haben großen Einfluss auf die Sozialisation, auf die Persönlichkeitsentwicklung, auf den Schulerfolg sowie auf die Berufswahl und –laufbahn.

Gemeinsam setzen wir uns sowohl dafür ein, dass „typische" Frauenberufe eine Aufwertung erfahren als auch dass mehr Männer ohne gesellschaftliches Augenrollen in solchen arbeiten können. Selbstverständlich gilt dies auch anders herum! Mit einer modernen Geschlechterpolitik muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer voran getrieben werden, denn der Spagat zwischen Job und Privatleben ist oftmals kaum zu bewältigen. Frauen und Männer sollen selbst entscheiden können, wie sie ihre Zeit zwischen Familie und Beruf aufteilen wollen. Teilzeitarbeit darf dabei nicht den Weg zurück in die Vollzeiterwerbstätigkeit verbauen oder zum Karrierehemmnis werden,

Gemeinsam unterstützen wir Frauen, verstärkt Führungsfunktionen zu übernehmen, denn in allen Bildungsbereichen sind Frauen in den Führungs- und Entscheidungsfunktionen unterrepräsentiert. Mit einer starken Gleichstellungs- und Personalpolitik durch Unterstützung der Gleichstellungsbeauftragten wehren wir uns gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse, da das Armutsrisiko im Alter steigt. Besonders allein Erziehende sind davon betroffen.

Es gibt also noch viel zu tun – für uns alle!

Frauenpolitische Forderungen

GEW – Frauen haben in den letzten vier Jahrzehnten viel erreicht und erkämpft. Vor dem Hintergrund einer sich entpolitisierenden Gesellschaft und Generation ist es besonders wichtig, nicht nur das Erreichte zu etablieren, sondern weiter auszubauen und somit zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen.

Download: Forderungen